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29.11.2017, 15:58 Uhr

Jeder hat seinen Datenschutz selbst in der Hand

Wie sicher sind meine Daten? Diese und andere Fragen bekommt der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer häufig gestellt. Er hakte bei der Bundesbeauftragten für Datenschutz nach.

„Bargeldloses Zahlen an der Kasse im Supermarkt oder im Internet ist eine praktische Sache. Es kann aber auch eine gefährliche Sache sein“, erklärt der CDU-Bundestagsabgeordnete und Volljurist Peter Beyer, der in den vergangenen Wochen vermehrt von Bürgern angeschrieben wurde, die im Zusammenhang mit der Bezahlung eines Artikels in einem Supermarkt mittels EasyCash-Verfahrens den Missbrauch ihrer personenbezogenen Daten vermuteten.

Peter Beyer MdB | © Frank Nürnberger.
Das dürfe nicht sein, dass jemand, der mit EC-Karte und Unterschrift bezahlt, riskiert, dass sensible Daten weitergegeben werden. Beyer setzte sich nun mit der Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Andrea Voßhoff, in Verbindung. Sie gab die Empfehlung zunächst beim Händler selbst, sodann bei der die ec-Karte ausgebenden Bank sowie schließlich beim Zahlungsdienstleister für das EasyCash-Verfahren zu überprüfen, ob die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes eingehalten worden seien. Da Deutschland im Datenschutz eine föderale Aufsichtsstruktur habe, sei der Ansprechpartner für EasyCash-Verfahren die Datenschutzaufsichtsbehörde Nordrhein-Westfalen. „Das Verfahren werde von der Ingenico Payment Services GmbH in Ratingen betrieben“, ergänzt Beyer.

Der Christdemokrat weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass am 25. Mai 2018 die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung(DSGVO) in Kraft tritt. Sie vereinheitliche ab dann den Datenschutz personenbezogener Daten innerhalb der EU. Gleichzeitig löse sie bei vielen Unternehmen Handlungsbedarf aus, ist sich Beyer sicher. Einer großen Mehrheit der Unternehmen in Deutschland drohe laut der jüngsten Studie Millionen-Bußgelder. Die Umfrage zeige darüber hinaus, dass die Nutzung personenbezogener Daten für viele Unternehmen von zentraler Bedeutung sei. 32 Prozent setzten die Daten zur Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen ein. Und 42 Prozent gaben sogar an, dass die Nutzung personenbezogener Daten die Grundlage des eigenen Geschäftsmodells sei.

„Heißt, wer einwilligt, hat verloren“, so Beyer. Und weiter: Kaum einer sage nein, denn wer lese sich schon die Nutzungsbedingungen durch. Gerade bei Handy-Apps, die gerne Zugriff auf alles haben wollten, sei der Nutzer schnell bereit alles von sich preiszugeben, warnt er. Jeder habe seinen Datenschutz selbst in der Hand. Wem nicht gefalle, wie die eigenen Daten verwendet würden, habe ein Recht auf Auskunft. Beyers Empfehlung beim Verdacht eines Missbrauchs: „Fragen Sie nach, welche Daten ein Unternehmen, eine Behörde, von Ihnen gespeichert hat. Sie haben das Recht auf diese Informationen, Berichtigung und auf Löschung. Schließlich muss man nicht ewig Werbung über „Heizdecken“ bekommen, nur weil man einmal eine bestellt hat.“