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31.08.2020, 15:46 Uhr

Ortstermin mit Staatssekretärin Sabine Weiss

Pflege in Zeiten von Corona

„Es gab keine Erfahrungswerte mit dem Virus“, so Sabine Weiss, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit. Sie informierte sich kürzlich auf Einladung ihres Kollegen, dem Ratinger CDU-Bundestagsabgeordneten und Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung Peter Beyer, über die aktuelle Situation in der ambulanten Pflege. Wie schützt man alte und kranke Menschen vor Corona, ohne sie abzuschotten? Wie ist der Pflegedienst mit Materialengpässen umgegangen? Oder, wie schützt man seine Angestellten? Dies waren die Fragen, die die Bundespolitiker an diesem Vormittag in Ratingen interessierten. Das Unternehmerehepaar Verena und Bernd Kantelberg standen Rede und Antwort und gaben einen Einblick in ihren ambulanten Pflegebetrieb.

Peter Beyer MdB und Staatssekretärin Sabine Weiss MdB testen die rein elektrisch betriebene Flotte der Pflegeunion während des Ortstermines. | © Peter Beyer MdB.

Die Pflegeunion sei mit 80 Angestellten, die rund 450 Kunden umsorgen, ein mittelständischer Pflegebetrieb, so die kurze Einleitung des Chefs. Ihr Leistungsspektrum reiche von der Wund- und Medikamentenversorgung über Körperpflege bis hin zur Palliativversorgung. Bisher sei keines seiner Pflegeteams durch das Corona-Virus ausgefallen , sagte er weiter. Doch die Sorge schwinge stets mit, dass sich jemand anstecke.

Man habe neue Wege gefunden, um möglichst schnell und lückenlos die Besuche zu dokumentieren -  vieles liefe bereits digital über die Smartphones der Mitarbeiter, so auch die Zeiterfassung und die Einsatzplanung. Beim Thema „Schutz“ der Mitarbeiter, habe Kantelberg zu Beginn der pandemiebedingten  Einschränkungen die größten Herausforderungen gesehen. Insbesondere die Knappheit bei Einweg-Gesichtsmasken sei schwierig gewesen. Jedoch konnte dieses Problem unter anderem mit Hilfe des Kreises Mettmann schnell behoben werden. Aktuell sei die Beschaffung von Einweghandschuhen schwierig, abgesehen von den hohen Preisen, die sich verdreifacht hätten, so Kantelberg. Er werte es sehr positiv, dass ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen und -dienste pandemiebedingte finanzielle Mehrausgaben für Sachmittel wie Schutzkleidung, Mundschutz, Schutzbrillen und Desinfektionsmittel unbürokratisch durch den Bund erstattet bekämen. Das sei eine finanzielle Hilfe, die man brauche. Staatssekretärin Weiss hörte aufmerksam zu und versprach, die Erfahrungen und Anregungen mit ins Bundesgesundheitsministerum zu nehmen.

Zum Ende des Ortstermins konnte sich die Staatssekretärin und ihr Kollege Beyer noch vom neuen Flottenbetrieb des Unternehmens ein Bild machen. Insgesamt 27 E-Fahrzeuge sind seit wenigen Wochen im Einsatz in und rund um Ratingen. Eine vorbildliche Entscheidung in die Zukunft, kommentierte Beyer das Investment des Unternehmens.