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24.09.2020, 14:46 Uhr

Mythos Tempelhof

Besuch des Alliierten Museums und des Flughafens Tempelhof

In wenigen Tagen feiern wir den 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung. Nicht ganz so präsent im kollektiven Gedächtnis unseres Landes, aber für den Weg hin zur Einheit unerlässlich, ist die Unterzeichnung des Zwei-plus-Vier-Vertrages am 20. September 1990. Ohne die Westmächte wäre die Einheit der Nation nicht möglich gewesen. Die Spuren der Geschichte verblassen. Umso wichtiger sind Gedenkorte und Museen wie das Berliner Alliierten Museum, damit die Lehren der Geschichte - unserer Geschichte und unserer Demokratie - nicht vergessen werden", so der Bundestagsabgeordnete und Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung Peter Beyer. Er besuchte kürzlich das Museum an der Clayallee. Im Nachgang machte er sich ein Bild vom geplanten neuen Standort im Flughafen Tempelhof. 

Besuch des Alliierten Museums in Berlin.

Der derzeitige Standort des Museums liegt im Südwesten Berlins - im ehemaligen US-Sektor. Das Alliierten Museum repräsentiere wie kaum ein anderes Haus die Bedeutung des transatlantischen-Verhältnisses und der deutschen Westintegration, so der Transatlantikexperte.

Die Ausstellung in einem ehemaligen US-Soldatenkino zeigt Exponate, die die Geschichte des geteilten Berlins bis zur Wiedervereinigung widerspiegeln. Herzstück und Wahrzeichen ist eine Hastings TG 503 - im Volksmund als Rosinenbomber bekannt. Beyer: "Nicht zuletzt war es die Berliner Luftbrücke, die die westlichen Alliierten zu Beschützern Deutschlands und nicht zu Besatzern in den Köpfen der Menschen machte. Sie ist der Eckpfeiler einer jahrzehntelangen engen Freundschaft und Zusammenarbeit."

Die Zukunftsvision des Museums ist ein Umzug in den 7.000 Quadratmeter großen Hangar 7 des Flughafens Tempelhof. Der Museumsdirektor Dr. Jürgen Lillteicher und sein Team öffneten dem hohen Besuch die Türen des größten Baudenkmals Europas und präsentierten ihm ihre Planungen. In gut acht Jahren könnte hier das neue Alliierten Museum seine Türen öffnen. Kaum ein anderer Ort könnte geeignetere sein für den musealen Dialog und Austausch, so Beyer.

"Tempelhof gilt für die Berliner seit der Nachkriegszeit bis zur Wiedervereinigung als Tor zur Freiheit. An diesem Ort wurde die deutsch-amerikanische Freundschaft Realität", erklärte der Christdemokrat. Sobald die Kosten durch den Bundestag bewilligt sind und die Prüfungen des Raumprogramms abgeschlossen sind, soll der Architektur-Wettbewerb starten.

Beyer will dieses Projekt unterstützen: Tempelhof sei nicht nur einer der spektakulärsten Bauten Berlins, er spiegele auch die Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts wider. Er sei darüber hinaus ein Mythos. Die Sanierung des ehemaligen weltbekannten Stadtflughafens, dessen Flugverkehr 2008 eingestellt wurde, flöße dem Denkmal wieder Leben ein. Zusammen mit der geplanten Geschichtsgalerie, dem Besucherzentrum am Platz der Luftbrücke mit dem Alliierten Museum könne hier ein wichtiger Baustein der Lern- und Gedenkorte der Stadt Berlins entstehen. Der Flughafen, der Weltgeschichte schrieb, könne darüber hinaus Strahlkraft als Demokratieort für ganz Deutschland werden, sagte Beyer, der im Anschluss an den Vortrag die Gelegenheit hatte, die "verborgenen Orte" im Rahmen einer Fachführung zu besichtigen.