Kolumne

13.09.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Deutschland steht vor dem Abgrund – mal wieder! Diese Schlagzeile gab es die Tage in einer Tageszeitung. Für mich war es ein Déjà-Vu, denn in den 2000er-Jahren gab es Ähnliches zu lesen. Dunkle Prophezeiungen von unvermeidlichen Konjunktureintrübungen verbreitet Angst und Schrecken. Düster sieht es auch im deutschen Wald aus. Hier kämpft nun die Bundeswehr gegen die Borkenkäfer-Epidemie. Der kleine schwarze Rüsselkäfer schaffte es dieser Tage bis in die Gremiensitzungen des Bundestages. Der Schaden der grünen Lungen ist ernst und der „Masterplan Wald“ soll nun helfen. Ach, und dann ist da noch das ewig drehende Personalkarussell, welches im Sommer für Überraschungen sorgte. Die neuen im Amt: Von der Leyen wechselte in die EU-Kommission als Präsidentin, Kramp-Karrenbauer folgte ihr auf den Stuhl der Bundesverteidigungsministerin. Barley wechselte ebenfalls nach Brüssel und Lambrecht löste sie als Bundesjustizministerin ab.
 
25.07.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben. 

 „Test 1, 2. Hallo”, so der Phoenix Korrespondent. Er hält ein Mikrofon in der Hand. In seinem Rücken öffnet sich dem Zuschauer auf dem TV-Bildschirm im heimischen Wohnzimmer das große Foyer des Paul-Löbe-Hauses. In dem Parlamentsgebäude, das die Ausschüsse des Bundestages beherbergt und in direkter Nachbarschaft zum Reichstagsgebäude und Bundeskanzleramt steht, herrscht reges Treiben. Der Ton sei hallig, flüstert ein Tontechniker im Hintergrund des Szenarios auf der Galerie in der ersten Etage einem Kollegen zu. Noch fahren die Aufzüge. Immer mehr Kollegen strömen in den Bauch des Gebäudes.  

 
27.06.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben. 

„Abgeordnete auf Nagerjagd. Reichstag hat zu viele Mäuse“, „Bundestagsverwaltung bestätigt: Bei uns gibt es Mäuse“. Das waren vergangene Woche zwei Schlagzeilen in der Berliner Presse, die mich zum Schmunzeln brachten. Eine Online-Nachrichtenplattform meldete darüber hinaus: „Gestatten, Bundestagsmaus: Nager im Parlamentsgebäude“. Und bei Twitter zwitscherten die Kollegen der Linken und Grünen munter über die #bundestagsmaus. Ja, wer würde nicht gern Mäuschen spielen, wenn das politische Berlin hinter verschlossenen Türen tagt? Nun ist es raus: Der Bundestag hat ein Mäuseproblem. Rette sich wer kann! 

 
06.06.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.
 
„Bleiben sie ruhig liegen“, kommentierte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble am vergangenen Dienstag die Aktion von rund 20 Jugendlichen, die sich um Punkt zwölf Uhr auf den Boden des Plenarsaals legten und sich tot stellten. Die jungen Leute nutzten die Abschlussrede im Rahmen des Jugend-Planspiels des Deutschen Bundestags für eine Protestaktion gegen die aktuelle Klimapolitik. Andere jugendliche Teilnehmer quittierten die Aktion mit Buh-Rufen. Einer von ihnen stand auf, lief nach vorne und griff nach dem gehissten Transparent mit der Aufschrift „Eure Klimapolitik = Katastrophe“. Schäuble reagierte gelassen. Mitten drin der 17-jährige Johannes von Rath aus Velbert.

 
09.05.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Im Plenarsaal des Bundestages herrscht reges Treiben. Von überall her strömen die Kollegen ins Hohe Haus unter der Glaskuppel. Vereinzelt stehen kleine Gruppen im Raum verteilt und unterhalten sich. Nur wenige sitzen noch oder wieder auf den blauen Stühlen. Ich entscheide mich für die Urne am Rednerpult und bahne mir den Weg durch den Saal. In meiner Hand halte ich meine blaue Abstimmungskarte mit aufgedrucktem Strich-Code und Namen.

 
15.04.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Das geht schief! In dem Moment, als ich das dachte, ergoss sich die Suppe der Kollegin bereits auf mich, beziehungsweise meinen Anzug. Es war Donnerstag der vergangenen Sitzungswoche des Deutschen Bundestages. Gemeinsam mit einer Gruppe Kollegen saß ich zu einem sogenannten interfraktionellen Arbeitsessen in einem Konferenzsaal und lauschte aufmerksam den Worten einer Kollegin. Diese gestikulierte mit dem Löffel in der rechten Hand, während die andere Hand in Richtung Suppentasse schnellte und mit einem Hieb selbige im hohen Bogen in meine Richtung schmetterte. „Oh, nein – das wollte ich nicht.“ Und schon kramte sie in ihrer Handtasche, die mich an eine Einkaufstasche erinnerte, allerhand Dinge heraus: Ein Schlüsselbund mit einem Logoanhänger der Caritas, Pfefferminzbonbons kamen ebenso zum Vorschein wie eine Mappe mit allerlei Unterlagen, Ladekabel und eine Powerbank fürs Handy. Derweil tupfte ich mich mit einer Serviette trocken. Eigentlich alles kein Problem, aber an diesem Tag war es eine sehr unschöne Sache, denn mein Gepäck war auf dem Weg nach Berlin verloren gegangen, und so hatte ich nur einen Anzug – nämlich den, den ich bei meiner Anreise getragen hatte und dieser hatte nun Suppenflecken.

 
22.03.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Einen Latte Macchiato bitte. Ach, nein. Bitte lassen Sie die Milch weg!“, sagt neben mir ein Kollege mit sichtlich schlechter Laune. Wir stehen gemeinsam an der kleinen Espresso-Bar im Gebäudedurchgang zum Bundestag. „Er läuft aber schon“, ruft der Mann hinter der Theke. „Ich faste“, kommt als nächste Antwort. Nun hat der Kollege meine gesamte Aufmerksamkeit. „Katholisch?!“, frage ich, denn seit Aschmittwoch heißt es auch bei mir: Berliner mit Marmelade und fettige Bratwurst adieu! Die 40 Tage sind beinahe geschafft, denke ich mir etwas stolz, als der Kollege antwortet: „Nein, Übergewicht. Meine Frau zählt meine Punkte.“ Ich tue verständnisvoll. Dann beginnt er mit einer Art öffentlicher Askese. In einem Schluck trinkt er seinen Latte – ohne Milch – einen Espresso im hohen Glas. Ich wende mich ab, denn ich habe Sorge, dass er als nächstes Passagen aus esoterischen Heilfasten-Schriften rezitiert, damit auch wirklich jeder merkt, dass er es ernsthaft versucht. 
 
15.02.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Um ganz klar zu sagen, ich habe nichts gegen Kniestrümpfe. Aber Socken sind mir persönlich einfach lieber. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, warum ich Ihnen über diese sehr private Vorliebe in meiner Kolumne aus dem politischen Berlin schreibe? Und warum Sie das interessieren sollte? Keine Angst, diese Kolumne handelt nicht über Strickwaren für Männer, sondern über Entscheidungsprozesse, die jeder erlebt und kennt. Statistisch ist es wohl so, dass jeder von uns morgens nach dem Aufstehen eine Auswahl mitunter aus drei Kleidungsteilen trifft. Eins ziehen wir an, zwei sind Alternativen (die dritte Variante, wäre nichts anzuziehen, was aber vermutlich für die wenigstens von uns in Betracht kommen dürfte). Ein Stück weit beschreibt dieser morgendliche Vorgang meine tägliche Arbeit im Deutschen Bundestag. Es beschreibt den Weg der Entscheidungsfindung. Denn es gibt immer einen Hintergrund, warum wir uns für dieses, oder jenes Kleidungsstück am Morgen entscheiden.
 
01.02.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Sind die noch ganz bei Toast? Diese Frage habe ich mir in der vergangenen Sitzungswoche des Deutschen Bundestages tatsächlich gestellt. Ich saß an meinem Schreibtisch meines Berliner Abgeordnetenbüros und arbeitete Unterschriften- und Terminmappen durch, als es an der Tür klopfte. „Guten Morgen. Brandschutz“, tönte es freundlich aber bestimmt durch das Vorzimmer, und ein junger Mann mit einem Klemmbrett trat ein.

 
17.01.2019
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Haben Sie gute Vorsätze für 2019? Das Spiel mit den guten Vorsätzen, die am Silvesterabend gefasst und spätestens Ende Januar vergessen werden, ist vermutlich so alt wie der Jahreswechsel selbst. Und doch setzt man sie sich jedes Jahr aufs Neue – auch ich. In diesem Jahr waren es gleich drei. Erstens: Alte Freunde in schwierigen Zeiten unterstützen. Zweitens: Weiterhin offen für Neues sein. Ach ja, und dann wäre da noch Drittens: Mehr Sport.