Kolumne

09.12.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen auch diesmal wieder einen Blick in meine Arbeit geben. 

Waren Sie heute schon am Briefkasten? Gehören Sie zu den Menschen, die sich über Anzeigen und Werbeblätter ärgern, weil sie den Kasten füllen und die Post selbst in dem Stapel der Werbung untergeht? Vielleicht wird das tägliche Leeren des Briefkastens demnächst eine der Geschichten sein, die Großeltern ihren Enkeln erzählen, wenn sie sich an die Routinen ihres Alltages erinnern. Denn der Briefkasten der Zukunft wird online abrufbar sein. In der Geschäftswelt und in vielen Bereichen des Privaten hat die E-Mail den klassischen Brief bereits verdrängt. Sogar Weihnachtskarten werden digital versandt - nachhaltig und kostenneutral.



 
14.11.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen auch diesmal wieder einen Blick in meine Arbeit geben. 

Der Wahlkrimi zog sich durch die gesamte Nacht. Und auch noch die kommenden Tage war das Zittern um den Wahlsieg in den USA nicht beendet. Das politische Berlin war wie in einen Bann gezogen, jeder für sich allein, denn die unzählig geplanten Wahlpartys fanden wegen Corona nicht statt. Der Spannungsbogen war auf seinem Höhepunkt, als es am Mittwoch hieß: Patt in Arizona. Trumps Vorsprung schrumpfte mehr und mehr und man hatte das Gefühl, man höre ein tiefes Aufatmen. Auch in Pennsylvania bahnte sich ein Kopf-an-Kopfrennen an. Inzwischen trennten die beiden Kontrahenten nur noch 46.257 Stimmen – nach rund 700.000 am Wahlabend! Was dann folgte war eine zähe Aufholjagd: Wahlzettel für Wahlzettel, Stimme für Stimme. Für Außenstehende wirkte das alles grotesk, und selbst Experten waren geneigt zu fragen: Geht das alles mit rechten Dingen zu? Offenbar befand man sich mit dieser Frage in guter Gesellschaft, denn auch der noch amtierende Präsident Donald Trump und seine Anhänger vermuteten Wahlbetrug - obwohl es dafür keinen Beweis gab. Die anfängliche Euphorie verflog und immer rüder und dem Amt in kleinster Weise angemessene Äußerungen erreichten uns via Twitter. Auf den Straßen folgten Menschenansammlungen, alles beobachtet von der besorgten und mitfiebernden Weltöffentlichkeit, einer davon war ich.

 
10.10.2020

Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen auch diesmal wieder einen Blick in meine Arbeit geben. 

Es war mein fester Vorsatz, das Thema "Corona" in dieser Kolumne nicht zum Schwerpunkt zu machen - denn wie jeder andere auch, sehne ich mich nach den Zeiten ohne die unsichtbare Gefahr. Doch spätestens gestern Abend, als die Bilder des bis vor kurzem prominentesten Patienten über die TV-Bildschirme flackerten, habe ich diese Absicht verworfen. Denn lebensfremder, gefühlskälter und deplatzierter hätten die Sätze des US-Präsidenten kaum ausfallen können, als er seine Spontangenesung bekannt gab und sich selbst aus dem Krankenhaus entließ. Die USA verzeichneten bis Mitte dieser Woche 213.462 Todesfälle, diese Zahlen kann ein Präsident nicht negieren, und niemand kann ernsthaft glauben, dass das Virus mit einer Erkältung gleichzusetzen ist. Weltweit werden 1.044.490 Tote geschätzt. „Habt keine Angst vor dem Virus“ und „Ich fühle mich zwanzig Jahre jünger“, rief er. - Was für eine unverantwortliche Verlautbarung!

 
12.09.2020

Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen auch diesmal wieder einen Blick in meine Arbeit geben. 

„Bitte beachten Sie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in unserem Zug“, tönt eine freundliche Stimme durch den Lautsprecher. Der ICE nimmt erneut seine Fahrt auf. Es ist Sonntagabend, und ich befinde mich kurz hinter Hannover – bisher verläuft alles ohne Verspätung. Nächster Halt ist Wolfsburg, gefolgt von Stendal. Ich Steige am Berliner Hauptbahnhof aus. Ab Düsseldorf sind es vier Stunden und dreißig Minuten, in denen ich Zeit habe, mich auf die erste Sitzungswoche des Deutschen Bundestages nach der Sommerpause inhaltlich vorzubereiten.

 
15.08.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen auch diesmal wieder einen Blick in meine Arbeit geben. ** SONDERAUSGABE ** SOMMERTOUR **

"Ding dong", die Klingel ist laut und deutlich zu hören. Die Tür des hellblau getünchten Reihenhauses öffnet sich. "Mein Name ist Peter Beyer", sage ich und beginne zu erklären, warum ich geklingelt habe und lupfe kurz meine Mund-Nase-Maske, damit die Dame an der Tür ein vollständiges Bild von mir bekommt. Ich bin auf Sommertour durch die Heimat und mache Haustürbesuche. Mein Anliegen direkt ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren wie es den Menschen in den vergangen Monaten während der pandemiebedingten Einschränkungen ergangen ist.
 
08.07.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Feuer am Reichstag: Eine solche Einsatzmeldung ist für die Berliner Feuerwehr alles andere als alltäglich. In der Nacht von Sonntag auf Montag in der vergangenen Woche ist ein Brandanschlag auf das historische Gemäuer im Zentrum der Hauptstadt gescheitert. Um kurz nach Mitternacht wurde das Feuer gemeldet. Da das Reichstagsgebäude unter besonderem Schutz steht, waren zunächst 50 Rettungskräfte und schweres Gerät im Einsatz. Das Feuer war schnell gelöscht. Es stellte sich heraus, dass es lediglich ein Schwelbrand war. Aber alleine die Meldung versetzte die Stadt in Alarmbereitschaft. Wen wundert es: Die Schlagzeile „Reichstagsbrand“ lässt uns alle aufhorchen.

 
24.06.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Charismatisch und charmant, schelmisch und pathetisch – so tritt der geübte Redner seinem Publikum gegenüber. Die Rede selbst ist aufgebaut wie aus dem Lehrbuch: Am Anfang das, was Rhetoriker „captatio benevolentiae“ nennen, das Greifen nach dem Wohlwollen des Publikums. Und am Ende eine klassische „conclusio“. Ehrlich gesagt, bin ich noch nie auf diese Weise an die Vorbereitung eines Redemanuskripts gegangen. Zuerst überlege ich mir, welche Punkte mir wichtig sind. Dann strukturiere ich diese und binde den aktuellen Kontext ein. Was man beachten muss, Adressat einer Bundestagsrede sind nicht nur die Kollegen im Plenarsaal, sondern eine breite Öffentlichkeit - in meinen Fall, als Fachpolitiker für Außenpolitik, sind es auch Regierungen anderer Länder, da muss die inhaltliche Botschaft richtig platziert sein.
 
07.05.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Eigentlich säße ich jetzt neben meinen Kollegen Kerstin Radomski und Stefan Rouenhoff. Mehr und mehr Abgeordnete würden voll bepackt mit roten und blauen Dokumentenmappen, Laptops und Aktentaschen ihre Plätze einnehmen. Jens Spahn nähme in der Reihe vor mir seinen Platz, und noch bevor er seine Jacke über den Stuhl gelegt hätte, würde eine Kollegin oder ein Kollege ihn in ein Gespräch verwickeln, um ihm noch schnell, ganz informell, für ein Gespräch mit Bürgern zu gewinnen. Ähnlich würde es der Bundesministerin Anja Karliczek ergehen, die vermutlich schon am Eingang abgefangen worden wäre. Ein Stimmen-Wirrwarr würde den ganzen Saal erfüllen. Überall würde sich gegrüßt. Kurze Belanglosigkeiten würden ausgetauscht werden. Andere Kollegen wären tief in Gespräche verwickelt. Innenpolitiker tauschten sich mit Außenpolitikern aus. Umweltpolitiker mit Verkehrspolitikern. Vermutlich würde die Bundeskanzlerin jetzt durch die hintere Tür in den Saal schreiten - hinter ihr ein kleiner Mitarbeiterstarb. Natürlich würde auch sie umgehend belagert. Kamerateams würden das Geschehen im Saal verfolgen. Dann würde der Fraktionsvorsitzende Ralf Brinkhaus die bronzene Glocke läuten, die schon Konrad Adenauer schwang, und um Ruhe bitten. Hektisch würden die Journalisten in dem Moment ihre Sachen nehmen, und hinauseilen und zwei Mitarbeiter würden die beiden großen schweren Türen hinter ihnen verschließen. Langsam würde Ruhe unter den 246 Abgeordneten und den rund 100 Mitarbeitern im Saal einkehren.

 
09.04.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Es steht faktisch alles still. Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Büros und Unternehmen verwaist. Und während es uns alle auf Grund der Frühlingstemperaturen ins Freie drängt, warnen Mediziner vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Die Corona-Krise verunsichert und schafft an vielen Stellen für uns als Gesamtgesellschaft große Herausforderungen. Auch mein Team hier in der Heimat, im Bundestag, im Auswärtigen Amt und ich persönlich arbeiten seit nunmehr drei Wochen zu Hause – mit einer Unterbrechung: Vor zwei Wochen musste ich nach Berlin, da der Deutsche Bundestag, wenn auch unter anderen Bedingungen als gewöhnlich, zusammenkam.

 
06.03.2020

Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Schwanzwedelnd stand Finch neben mir an der Pforte am Eingang des Auswärtigen Amtes. Sein Blick war aufmerksam auf sein Herrchen gerichtet. Der sechs Jahre alte, ausgeglichene schwarze Labrador begleitet jeden Morgen einen Mitarbeiter des Ministeriums an seinen Arbeitsplatz. Da ich das Gespann nicht ansprechen wollte – Finch arbeitete ersichtlich – bat ich meine Mitarbeiterin im Amt, ein wenig mehr über den tierischen Begleiter herauszufinden. Finch ist nicht allein im Amt. Zwei sogenannte Assistenzhunde gehen in der Bundesbehörde ein und aus und bringen ihre Menschen ins Büro. In Berlin ist das bestimmt kein leichter Job.