Kolumne

12.09.2020

Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen auch diesmal wieder einen Blick in meine Arbeit geben. 

„Bitte beachten Sie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in unserem Zug“, tönt eine freundliche Stimme durch den Lautsprecher. Der ICE nimmt erneut seine Fahrt auf. Es ist Sonntagabend, und ich befinde mich kurz hinter Hannover – bisher verläuft alles ohne Verspätung. Nächster Halt ist Wolfsburg, gefolgt von Stendal. Ich Steige am Berliner Hauptbahnhof aus. Ab Düsseldorf sind es vier Stunden und dreißig Minuten, in denen ich Zeit habe, mich auf die erste Sitzungswoche des Deutschen Bundestages nach der Sommerpause inhaltlich vorzubereiten.

 
15.08.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen auch diesmal wieder einen Blick in meine Arbeit geben. ** SONDERAUSGABE ** SOMMERTOUR **

"Ding dong", die Klingel ist laut und deutlich zu hören. Die Tür des hellblau getünchten Reihenhauses öffnet sich. "Mein Name ist Peter Beyer", sage ich und beginne zu erklären, warum ich geklingelt habe und lupfe kurz meine Mund-Nase-Maske, damit die Dame an der Tür ein vollständiges Bild von mir bekommt. Ich bin auf Sommertour durch die Heimat und mache Haustürbesuche. Mein Anliegen direkt ins Gespräch zu kommen, um zu erfahren wie es den Menschen in den vergangen Monaten während der pandemiebedingten Einschränkungen ergangen ist.
 
08.07.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Feuer am Reichstag: Eine solche Einsatzmeldung ist für die Berliner Feuerwehr alles andere als alltäglich. In der Nacht von Sonntag auf Montag in der vergangenen Woche ist ein Brandanschlag auf das historische Gemäuer im Zentrum der Hauptstadt gescheitert. Um kurz nach Mitternacht wurde das Feuer gemeldet. Da das Reichstagsgebäude unter besonderem Schutz steht, waren zunächst 50 Rettungskräfte und schweres Gerät im Einsatz. Das Feuer war schnell gelöscht. Es stellte sich heraus, dass es lediglich ein Schwelbrand war. Aber alleine die Meldung versetzte die Stadt in Alarmbereitschaft. Wen wundert es: Die Schlagzeile „Reichstagsbrand“ lässt uns alle aufhorchen.

 
24.06.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Charismatisch und charmant, schelmisch und pathetisch – so tritt der geübte Redner seinem Publikum gegenüber. Die Rede selbst ist aufgebaut wie aus dem Lehrbuch: Am Anfang das, was Rhetoriker „captatio benevolentiae“ nennen, das Greifen nach dem Wohlwollen des Publikums. Und am Ende eine klassische „conclusio“. Ehrlich gesagt, bin ich noch nie auf diese Weise an die Vorbereitung eines Redemanuskripts gegangen. Zuerst überlege ich mir, welche Punkte mir wichtig sind. Dann strukturiere ich diese und binde den aktuellen Kontext ein. Was man beachten muss, Adressat einer Bundestagsrede sind nicht nur die Kollegen im Plenarsaal, sondern eine breite Öffentlichkeit - in meinen Fall, als Fachpolitiker für Außenpolitik, sind es auch Regierungen anderer Länder, da muss die inhaltliche Botschaft richtig platziert sein.
 
07.05.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Eigentlich säße ich jetzt neben meinen Kollegen Kerstin Radomski und Stefan Rouenhoff. Mehr und mehr Abgeordnete würden voll bepackt mit roten und blauen Dokumentenmappen, Laptops und Aktentaschen ihre Plätze einnehmen. Jens Spahn nähme in der Reihe vor mir seinen Platz, und noch bevor er seine Jacke über den Stuhl gelegt hätte, würde eine Kollegin oder ein Kollege ihn in ein Gespräch verwickeln, um ihm noch schnell, ganz informell, für ein Gespräch mit Bürgern zu gewinnen. Ähnlich würde es der Bundesministerin Anja Karliczek ergehen, die vermutlich schon am Eingang abgefangen worden wäre. Ein Stimmen-Wirrwarr würde den ganzen Saal erfüllen. Überall würde sich gegrüßt. Kurze Belanglosigkeiten würden ausgetauscht werden. Andere Kollegen wären tief in Gespräche verwickelt. Innenpolitiker tauschten sich mit Außenpolitikern aus. Umweltpolitiker mit Verkehrspolitikern. Vermutlich würde die Bundeskanzlerin jetzt durch die hintere Tür in den Saal schreiten - hinter ihr ein kleiner Mitarbeiterstarb. Natürlich würde auch sie umgehend belagert. Kamerateams würden das Geschehen im Saal verfolgen. Dann würde der Fraktionsvorsitzende Ralf Brinkhaus die bronzene Glocke läuten, die schon Konrad Adenauer schwang, und um Ruhe bitten. Hektisch würden die Journalisten in dem Moment ihre Sachen nehmen, und hinauseilen und zwei Mitarbeiter würden die beiden großen schweren Türen hinter ihnen verschließen. Langsam würde Ruhe unter den 246 Abgeordneten und den rund 100 Mitarbeitern im Saal einkehren.

 
09.04.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Es steht faktisch alles still. Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Büros und Unternehmen verwaist. Und während es uns alle auf Grund der Frühlingstemperaturen ins Freie drängt, warnen Mediziner vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus. Die Corona-Krise verunsichert und schafft an vielen Stellen für uns als Gesamtgesellschaft große Herausforderungen. Auch mein Team hier in der Heimat, im Bundestag, im Auswärtigen Amt und ich persönlich arbeiten seit nunmehr drei Wochen zu Hause – mit einer Unterbrechung: Vor zwei Wochen musste ich nach Berlin, da der Deutsche Bundestag, wenn auch unter anderen Bedingungen als gewöhnlich, zusammenkam.

 
06.03.2020

Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Schwanzwedelnd stand Finch neben mir an der Pforte am Eingang des Auswärtigen Amtes. Sein Blick war aufmerksam auf sein Herrchen gerichtet. Der sechs Jahre alte, ausgeglichene schwarze Labrador begleitet jeden Morgen einen Mitarbeiter des Ministeriums an seinen Arbeitsplatz. Da ich das Gespann nicht ansprechen wollte – Finch arbeitete ersichtlich – bat ich meine Mitarbeiterin im Amt, ein wenig mehr über den tierischen Begleiter herauszufinden. Finch ist nicht allein im Amt. Zwei sogenannte Assistenzhunde gehen in der Bundesbehörde ein und aus und bringen ihre Menschen ins Büro. In Berlin ist das bestimmt kein leichter Job.

 
14.02.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Es war gespenstisch still in der riesigen Halle des Paul-Löbe-Hauses mit seinen rund 1000 Büros und 20 Sitzungssälen am vergangenen Sonntagabend. Da der Westeingang am Wochenende und in den späten Abendstunden nicht mehr geöffnet ist, führte mich mein Heimweg durch das 102 Meter lange Gebäude mit dem Ziel, am Südeingang hinauszugehen. Die große Fläche zwischen den Sitzungssälen des Deutschen Bundestages wird regelmäßig für Ausstellungen genutzt, und ich nahm die Gelegenheit wahr, um einmal in Ruhe die Bilder und Zeichnungen auf mich wirken zulassen. Eine Stimme holte mich aus meinen Gedanken: „Entschuldigen Sie bitte, könnte ich bitte Ihren Ausweis sehen?“ Ich zuckte zusammen, denn noch nie war ich an einem Sonntagabend in den Gebäuden auf Sicherheitspersonal getroffen. Jeder, der den Bundestag schon einmal von Innen besichtigt hat, dürfte den Parlamentspolizisten begegnet sein. Sie kontrollieren zum Beispiel die Eingänge oder sind bei Veranstaltungen im Haus unterwegs. Diese Situation war mir neu.
 
03.02.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

„Sei Mensch und ehre Menschenwürde“ – als ich dieser Tage das Zitat des Visionärs und Unternehmers Robert Bosch aus dem Jahr 1920 auf einer Wand einer S-Bahn-Unterführung las, dachte ich: „Wie passend“. Es war nur ein flüchtiger Blick beim Vorbeifahren auf ein Graffiti irgendwo in Berlin – aber er prägte sich ein und wirkte nach.

 
17.01.2020
Die 19. Wahlperiode des Deutschen Bundestages gehört zu den spannendsten seit der Gründung der Republik. Mit meiner Kolumne „Ein Beyer in Berlin“ möchte ich Ihnen immer am Ende einer Sitzungswoche regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des „Hohen Hauses“ geben.

Unruhiger und aufregender als das vergangene politische Jahr, kann es im neuen Jahr eigentlich nicht mehr werden, sollte man meinen. Viele der Herausforderungen des vergangenen Jahres werden uns auch 2020 weiter beschäftigen. Und nun kommt noch Ungewissheit hinzu, wie sich der Konflikt zwischen Iran, Irak und den USA entwickeln wird. Optimismus und Fröhlichkeit kam dagegen dieser Tage aus dem Bundeskanzleramt. „Wenn Ihr überall in Deutschland von Haus zu Haus zieht, dann pflegt Ihr einen wunderbaren Brauch“, begrüßte und lobte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre 108 königlichen Gäste. Aus allen 27 deutschen Bistümern waren Sternsinger nach Berlin zum traditionellen Empfang im Bundeskanzleramt gereist. „Segen bringen, Segen sein. Frieden! Im Libanon und weltweit“ heißt das Leitwort der aktuellen, 62. Aktion Dreikönigssingen. Frieden, das könnte das wichtigste Ziel 2020 sein. Die letzten Wochen und Tage im Nahen und Mittleren Osten haben uns alle den Atem anhalten lassen.