Kolumne

20.04.2018, 15:43 Uhr
 
Ein Anruf, der vieles veränderte (Ausgabe 19/10)
Das Image des Wolfes ist, wie wir alle bereits im Grimm‘schen Märchen lesen konnten, nicht das Beste. Rund 150 Jahre lang galt der Wolf bei uns als ausgestorben, nun ist er in Deutschen Landen zurück. Während das die Naturschützer freut, hatte der Deutsche Bundestag in dieser Woche verschiedene Auffassungen dazu. Diese tauschten die Abgeordneten mit Experten in einer zweieinhalb Stunden langen Anhörung aus. Nach der Osterpause startet das Parlament mit zwei aufeinander folgenden Sitzungswochen, die es thematisch in sich haben.

Während sich Mittwochvormittag am Wolf abgearbeitet wurde, ging es wenige Stunden später um die Wege zur Befriedung des Syrien-Konflikts. Für mich persönlich war es das beherrschende Thema der Woche, denn vor gut zwei Wochen wurde ich durch das Bundeskabinett auf Schloss Meseberg in das Regierungsamt des Koordinators für die Transatlantische Zusammenarbeit berufen. Es war ein unspektakulärer Telefonanruf aus dem Kanzleramt an einem trüben Mittwochnachmittag, der vieles veränderte.

„Ja, hier steht es schwarz auf weiß, Sie sind es“, sagte die Stimme am anderen Ende der Telefonleitung. Ich hatte bereits einige Tage zuvor über den „Buschfunk“ der Bundestagsgänge gehört, dass mein Name im Spiel der sogenannten Teppichhändlerrunden gefallen war, aber es dann bestätigt zu bekommen, war eine große Freude. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung ist ein Ehrenamt, welches im Auswärtigen Amt angesiedelt ist, und die Bedeutung Nordamerikas für Deutschland deutlich machen soll.

Für mich eine ungewohnte, neue Situation, denn gestern war man noch ein einfacher Abgeordneter und nun hat man zusätzlich zur Tätigkeit als Parlamentarier ein Regierungsamt inne. Ich bin immer noch überwältigt von den vielen neuen Eindrücken und Presseanfragen der vergangenen Tage.

Gleichzeitig bin ich auch nachdenklich – denn die erste Frage, die ich mir stellte nach der Berufung war: Wie ist diese zusätzliche Aufgabe mit meiner Verantwortung in der Heimat zu vereinbaren? Bisher nahm die Arbeit für meinen Wahlkreis mit den Städten Heiligenhaus, Ratingen, Velbert und Wülfrath mit Abstand den Großteil meiner Zeit in Anspruch. Das soll und wird sich auch zukünftig nicht ändern, denn dafür bin ich direkt gewählt worden.

Und so beschäftigen mich neben Themen wie dem Wolf auch weiterhin in erster Linie Themen wie der Lärmschutz an der Schiene in Tiefenbroich, oder auch Bauprojekte, wie der Lückenschluss der Autobahn 44  in Ratingen-Ost und die Digitalisierung der Bildung für unsere Kinder an den Schulen. Es ist die Vielfalt und Offenheit, die Politik ausmacht und mit der ich mich jetzt mehr denn je mit großer Leidenschaft verpflichtet fühle. Und so freue ich mich auf meine neue Aufgabe und die vielen Gespräche in der Heimat.

Ihr Peter Beyer