Donnerstag der Demokratie

14.05.2020
#donnerstagderdemokratie

Fragt man Natalie, was Ziel und Ansporn ihrer Arbeit ist, muss sie nicht lange überlegen: „Perspektiven aufzeigen und Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen“.

Seit 2014 ist sie Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Ratingen. Die kirchliche Einrichtung besteht in der Dumeklemmerstadt bereits seit über 111 Jahren und versteht sich als Ansprechpartner für benachteiligte Menschen wie Wohnungslose oder Verschuldete, aber auch für alleinerziehende Mütter und Arbeitslose.

Mit zahlreichen Programmen, beispielsweise einer Schuldnerberatung, der Vermittlung von Kindertagesplätzen und einer Möbelkammer, greifen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Klienten unter die Arme. Über 200 ehrenamtliche Unterstützer und rund 100 hauptamtlich Beschäftigte setzen sich Tag für Tag dafür ein, dass die Ratingerinnen und Ratinger, die sich beim SkF melden, möglichst unbürokratisch unterstützt werden. Das Unbürokratische, das Nahbare, ist Natalie wichtig. Denn dies sei häufig eine Hürde für viele, wenn sie nach Hilfe suchten – die Angst vor der Bürokratie.

Rund 3500 Haushalte nehmen die Dienste des Sozialdienstes aktuell in Anspruch. Und für viele ist es ein wichtiger Schritt in eine bessere und sichere Zukunft. Eine vermittelte Wohnung, eine stabilisierte finanzielle Situation, eine sinnvolle Tätigkeit nach jahrelanger Arbeitslosigkeit oder ein strukturierter Alltag in einer psycho-sozialen Notlage – genau diese Erlebnisse spornen Natalie und ihre Mitstreiter an, sich für benachteiligte Ratingerinnen und Ratinger einzusetzen.
 
27.02.2020
#donnerstagderdemokratie

Eine kleine Ablenkung kann für schwerkranke und behinderte Kinder ein großes Geschenk sein. Diese kleine Alltagsflucht, ein Lächeln ins Gesicht dieser Kinder zu zaubern und eine schöne Erinnerung zu schaffen, war 1993 der Ansporn einer kleinen ehrenamtlichen Gruppe um den in der Zwischenzeit verstorbenen Helmut. Für seine Ehefrau, Irena, war nach dem Tod Ihres Mannes klar, dass sie weiterführen wollte, was ihr Mann gegründet hatte.
Rund zehn Ehrenamtler versuchen seit über 25 Jahren, das Unmögliche möglich zu machen. Mit ihrem Verein „Wunschzettel e.V.“ erfüllen sie behinderten und schwerkranken Kindern deren größten Wunsch. Ein Tag als Feuerwehrmann, eine Fahrt mit einem Zeppelin oder einmal Campino von den Toten Hosen treffen – die Wülfratherinnen und Wülfrather setzen alles daran, aus dem Kinderwunsch Wirklichkeit werden zu lassen. Die „Wunschkinder“, wie der Verein sie nennt, kommen dabei aus ganz NRW. Neben der Erfüllung des eigentlichen Wunsches ist es Irena ein Anliegen, die Kinder und deren Familie möglichst persönlich zu betreuen. Immer zwei Ehrenamtler treten nach dem Wunsch mit den Familien in Kontakt und halten diesen auch fortlaufend – bis dann der große Tag gekommen ist.
Rund 50 Mitglieder hat der Verein insgesamt, aus deren Mitgliedsbeiträgen ein Teil der Wünsche finanziert wird. Doch ohne Spenden würde die Vereinsarbeit nicht möglich sein. Hier können sich Irena und ihre Mitstreiter ganz auf ihre Heimat verlassen. Auf der Spenderliste finden sich viele lokale Vereine, Unternehmen und Institutionen, etwa eine Wülfrather Kita und eine Fußballschule.
Und auch wenn die Erfüllung mancher Wünsche schwierig ist, versuchen Irena und ihre Wunscherfüller alles, um ihn am Ende doch wahr werden zu lassen. Denn die Belohnung, jemandem einen Herzenswunsch zu erfüllen und an dieser Freude teilhaben zu dürfen, das ist wirklich unbezahlbar.
 
23.01.2020
#donnerstagderdemokratie

Wer mit Isolde durch die Straßen und Gässchen von Velbert-Langenberg geht, hat eine echte Kennerin an seiner Seite. Isolde liebt ihre Heimat, daran besteht kein Zweifel. Sie begann vor rund 20 Jahren, sich für Langenberg einzubringen, um ihrem Stadtteil mit cleveren Ideen neue Impulse zu verleihen.
Im Jahr 2001 gründete Isolde gemeinsam mit anderen Langenbergern den „Verein zur Förderung der Bücherstadt Langenberg e.V.“. Die Idee: Wir machen die Stadt zum Aushängeschild für literarisch interessierte Menschen, wir beleben die Fachwerkhäuser der historischen Altstadt neu und versuchen so dem Ladenleerstand entgegenzuwirken. Das haben Isolde und ihre Mitstreiter ohne Frage geschafft: Derzeit laden fünf Antiquariate zum Besuch und Stöbern ein. Zudem hat eine alte Druckerei mit verschiedensten Aktivitäten zum Thema Papier und Druck ihren Betrieb wieder aufgenommen. Selbst einen Buchbinder kann die Bücherstadt vorweisen. Die Vereinsmitglieder engagieren sich ehrenamtlich, um Langenberg als Bücherstadt zu erhalten. So betreiben die „Ehrenamtler“ zwei Antiquariate in Eigenregie. Ein Kraftakt für alle Beteiligten, aber eine Herzensangelegenheiten, wie Isolde sagt.
Um die malerische Altstadt von Langenberg zu präsentieren, bietet der Verein Lesungen, Ausstellungen, Stadtführungen und zwei Mal im Jahr stattfindende antiquarische Büchermärkte an.
Besonders zu empfehlen ist das Zimmermuseum zum Thema „Goethe & Ginkgo“ im Antiquariat Honnes in der Hellerstraße 12.

Ehrenamt verpflichtet. Doch manchmal käme man ohne Unterstützung nicht weiter, so Isolde. Aktuell wünscht sie sich nichts mehr als einen Sponsor oder Schirmherrn für das Dante-Zimmer, welches Werke des bedeutenden italienischen Dichters Dante Alighieri als besondere Schätze beheimatet. Sollte sich kein Unterstützer finden, so müsste diese Sammlung in absehbarer Zeit aufgegeben werden.

 
07.11.2019
#donnerstagderdemokratie

Am 11. November ist Martinstag. Schon vor dem Martini-Tag, wie er in manchen Regionen Deutschlands heißt, gibt es eine ganze Reihe an Bräuchen und Traditionen. Besonders schön sind die bunten Umzüge der Kinder zu Ehren des Heiligen Sankt Martin. Singend laufen sie mit ihren selbstgebastelten Laternen hinter dem heiligen Mann hoch zu Ross her. Sie fiebern dem Höhepunkt des Abends entgegen: Der Mantelteilung am Martinsfeuer. Ohne das Engagement von Aaron wäre der Erhalt dieser Tradition nicht möglich. Er ist einer, von einer Handvoll Frauen und Männer, die am Martinstag in die Rolle des römischen Soldaten schlüpfen.

„Tradition hilft dabei, Identifikation und Gemeinschaft zu stiften“, sagt der 21-Jährige. Sie entstehe zwar aus der Vergangenheit heraus, sei aber für ihn auch zukunftsweisend, denn es gehe auch immer um Werte für das eigene Handeln. Diese zu vermitteln bedeute für ihn, sich mit Werten zu identifizieren und anderen diese weiterzugeben, sagt er. Der #Martinszug sei aus diesen Gründen viel mehr als ein Lichterumzug. Daher stelle sich für ihn die Namensdebatte auch nicht.

Dass der leidenschaftliche #Reiter seine Aufgabe sehr ernst, merkt man auch daran, dass er sich über den Martinstag hinaus Zeit nimmt, um Prüfungen abzulegen, ohne die man am Zug nicht teilnehmen darf. „Schließlich hat man hoch zu Ross eine Verantwortung für sein Tier und die Teilnehmer“, so Aaron.

„Wenn ich die Kinder mit ihren #Laternen sehe und sie hinter mir singen höre, ist das immer wieder eine einzigartige Stimmung!“, erklärt er weiter. Aaron hofft, dass die Züge in ihrer Vielfalt erhalten bleiben und die Organisatoren sich nicht vom Aufwand abschrecken lassen. Dass Tradition gelebt werden muss, daran lässt Aaron keinen Zweifel.
 
03.10.2019
#donnerstagderdemokratie

Ein Unfall, Notfall oder eine plötzliche schwere Erkrankung kann jeden treffen. Oft entscheiden wenige Sekunden über Leben und Tod. Wie gut, wenn jemand da ist, der schnell und qualifiziert Hilfe leisten kann. Jens hat sich 2007 zum Rettungsassistenten ausbilden lassen. Seit 2001 ist er Mitglied bei Johanniter-Unfall-Hilfe im Kreis Mettmann und engagiert sich ehrenamtlich, neben seinem Beruf als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. In der Regel besetzt er zusammen mit einer Kollegin oder einem Kollegen einen Rettungswagen im Rettungsdienst der Stadt Ratingen.

Es werde einem bei jedem Einsatz immer wieder vor Augen geführt, dass Gesundheit ein hohes Gut sei, bekundet Jens seine Motivation. Neben dem guten Gefühl zu helfen zeichne den Arbeitsalltag bei den Johannitern vor allem der Teamgeist der Retter aus. Nur zusammen könne man schwierigen Aufgaben bewältigen. Man müsse sich gegenseitig blind vertrauen, was zu einzigartigem und außergewöhnlichem Teamgeist führe, erklärt er weiter. Es mache einfach Spaß, in Teams zu arbeiten. Darüber hinaus sei es für ihn ein Ausgleich zum Beruf.

Er ist aber nicht nur im Rettungsdienst aktiv, sondern auch im Sanitätsdienst bei Groß- oder Sportveranstaltungen. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen leistet er professionelle medizinische Hilfe. Und weil er sich der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. des Landesverbandes NRW verpflichtet fühlt, hat er sich zum Landesrechnungsprüfer wählen lassen.
 
12.09.2019
#donnerstagderdemokratie

Unser vierter Sohn kam 1978 schwerst mehrfach behindert auf die Welt. Durch sein „So-Sein“ habe ich mich schon sehr früh in der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. Kreisvereinigung Mettmann engagiert. Damals gab es noch keine Wohnplätze für schwerst mehrfach behinderte Menschen, so dass ich mit diesem kompetenten Verein alle Schritte gegangen bin, um ein wunderschönes Haus für Menschen mit schwersten Behinderungen zu erstellen. 1999 starb unser Sohn mit 21 Jahren und das Haus, das auch für ihn hätte ein „Nest“ werden sollen, wenn unsere Kräfte nicht mehr ausreichten, war immer noch nicht gebaut. Die Hürden waren hoch, aber wir haben nicht locker gelassen, und 2002 konnten endlich 14 junge Menschen mit schweren Behinderungen in das Haus in Ratingen, Werdender Str. einziehen. Es lohnt sich für unsere behinderten Menschen jeder Anstrengung. Es sind in der Regel wunderbare Menschen mit großer Empathie, freundlich und liebenswert. Für mich sind sie „das Salz der Erde“. Sie fordern alle unsere guten Eigenschaften ein, wie Geduld, Verständnis und Verantwortung. Mein Sohn und diese besonderen Menschen und viele Mitstreiter haben mein Leben bereichert. Mittlerweile hat eine junge engagierte Mitstreiterin meinen geschäftsführenden ehrenamtlichen Vorsitz übernommen. Sie sieht ihre Aufgabe auch als Wächteramt, und mir ist um die Zukunft unserer tollen Kreisvereinigung nicht bange. Unsere behinderten Menschen, die genau wie ich traurig waren, dass ich aus Altersgründen meine Aufgabe abgegeben habe, haben mich nun zur Oma der Lebenshilfe erkoren. Das ist wunderbar. Unsere Demokratie lebt von Respekt, Toleranz und Meinungsfreiheit. Unsere behinderten Menschen leben es uns in großen Teilen vor.
 
05.09.2019
#donnerstagderdemokratie

Uschi ist Kreistagsabgeordnete, Vorsitzende der Frauen Union, leidenschaftliche Bridge-Spielerin und Karnevalistin durch und durch. Sie saß im Heiligenhauser Stadtrat und hat lange Jahre das Kultur- und Partnerschaftskomitee Heljens geprägt und den Karneval wiederbelebt. Fragt man die Heljenser nach Uschi, bekommt man viele Beschreibungen: Sie sei eine streitbare Demokratin, eine Kämpferin für Frauen und eine glühende Europäerin und Obermöhne. Durch ihren unermüdlichen Einsatz zeigte sie immer wieder, welche Möglichkeiten jeder einzelne hat, seine Heimat mitzugestalten.

Unzählige Aktionen tragen Uschis Handschrift, darunter unter anderem die Wunsch-Baum-Aktion, eine Geschenk-Aktion für benachteiligte Kinder in der Weihnachtszeit. Auch die jedes Jahr wunderschön blühenden Blumenampeln überall in der Innenstadt gäbe es ohne sie sicher nicht.

Ganz besonders liegt Uschi Europa am Herzen. Dies sei unsere Zukunft, sagt sie überzeugt. Aber man müsse für das Zusammenwachsen etwas tun. Die Wurzeln unserer Demokratie lägen in der Kommune. Ob und wie das Zusammenleben in unserem Gemeinwesen gelänge, das entscheide sich in erster Linie in der gelebten Nachbarschaft der Bürgerinnen und Bürger. "Völkerverständigung beginnt vor Ort", bekräftigt Uschi Ihre Ausführungen. Und wer sie kennt, weiß, sie lebt, was sie sagt. Um die europäischen Verbindungen zu stärken, hat sie gemeinsam mit ihrer Frauen Union aus den jeweiligen Partnerstädten Heiligenhaus, Meaux (Frankreich) und Basildon/Mansfield (England), Frauen nach Heiligenhaus eingeladen, die bei Familien vor Ort untergebracht sind. Für diese hat die engagierte Heiligenhauserin ein abwechslungsreiches Programm erarbeitet. Kultur steht dabei an erster Stelle. Sie ist sich sicher, solche Begegnungen machen Europa erfahrbar und Fremde zu Freunden.

 
22.08.2019
#donnerstagderdemokratie
„Suchtkranke haben keine Lobby“, erklärt Hans-Jürgen, der seit 1994 Suchtkranke auf ihrem Weg zurück in die Normalität unterstützt, um den Teufelskreis zu unterbrechen. Was einst als #Pionierarbeit begann, sei heute für Betroffene ein wichtiger Baustein für einen Weg aus der Krankheit, sagt er weiter. Ihm sei es immer wichtig gewesen, Hemmschwellen abzubauen und aufzuklären über eine Erkrankung, die erst vor gut 50 Jahren als solche in Deutschland überhaupt anerkannt wurde. Alleine schaffte man es nicht, vom Alkohol los zu kommen. Der Kreuzbund Velbert bietet diese Hilfe seit 1975 ehrenamtlich an.

Hans-Jürgen ist ein Velberter, der da anfasst, wo es nötig ist. Er gehört zu den Menschen, die ihre Freizeit hintenan stellen, um für andere da zu sein. Ob im #Sport oder in der #Kirche - schon zu Jugendzeiten begann der ehrenvolle Einsatz des in Essen geborenen Unternehmers Hans-Jürgen.

Ohne die Unterstützung seiner Ehefrau Ursula wäre all dies nicht möglich gewesen, so der Träger des #Bundesverdienstkreuzes am Bande, welches ihm im April verliehen wurde. Er ist zu Recht auf diese besondere Auszeichnung stolz. Er habe durch seine ehrenamtliche Arbeit einen wichtigen Beitrag zur #Suchtprävention und #Suchthilfe geleistet, heißt es in der Begründung der Auszeichnung durch den #Bundespräsidenten. Insbesondere habe er zur Vernetzung und Weiterentwicklung des Selbsthilfeprinzips sowie zu seiner Förderung beigetragen.
 
15.08.2019
#donnerstagderdemokratie

#Sport baut #Brücken - Armin ist ein leidenschaftlicher Brückenbauer - vor Ort und international. Seit über 20 Jahren begleitet er ehrenamtlich Schulskifahrten und organisiert für junge Erwachsene in den Winterferien Skireisen. Der ausgebildete Sportlehrer investiert gerne seine #Freizeit für seine Schüler. Er möchte, dass alle seine Schützlinge die Möglichkeit bekommen, an solchen Aktivitäten teilnehmen zu können, unabhängig vom sozialen und finanziellen Hintergrund. Sport helfe bei der Vermittlung von #Bildung, #Erziehung und helfe darüber hinaus bei #Gewaltprävention. Er vermittele Werte, die für einen konstruktiven Beitrag zur #Gemeinschaft unabdingbar seien, sagt Armin.

Neben dem #Ski ist er #Fußball begeistert. Mit seiner DFB-A-Lizenz konzentriere er sich unter anderem auf den Jugendfußball, egal welchen Geschlechts und Leistungsniveaus, und auf diverse Herrenmannschaften. Ihm mache am meisten Spaß, jungen Menschen Wissen zu vermitteln und auf dem Weg zu begleiten. Diese Arbeit führte ihn schon an die entlegensten Flecken auf der Weltkarte. Darunter waren China, Botswana oder Äthiopien.
In Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) engagiert sich der DFB seit 2013 für "Sport für Entwicklung" und initiierte weltweit gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) als Durchführungsorganisation Projekte zur #Förderung junger Menschen durch Fußball. Hier gehe es nicht um Leistungssport, sondern um Entwicklung, Bildung, #Gesundheit und soziale Förderung von Kindern und Jugendlichen. Der DFB bringt seine Fußballexpertise ein, stellt #Fachkräfte wie Armin für die Arbeit im Ausland bereit.

Das Spektrum des Engagements reiche von Fortbildungen für Trainer, Aufbau von Vereinsstrukturen aber vor allem gehe es darum, Menschen in Flüchtlingscamps wieder Perspektiven aufzuzeigen.
 
08.08.2019
#donnerstagderdemokratie
Hildegard gehört zu den Menschen, die über den Marktplatz gehen und kaum einen Schritt machen, ohne dass sie angesprochen und gegrüßt wird. Sie ist ein echtes Ratinger Original.
Seit fast 60 Jahren engagiert sich Hildegard ehrenamtlich. Schon mit zwölf Jahren hat sie in der #Bücherei mitgeholfen.
Sie leitet seit 1976 ehrenamtlich die Katholische öffentliche Bücherei Herz Jesu in Ratingen-Ost. Hildegards Herz schlägt schon immer für ihre #Heimat und das #Brauchtum. Hildegard ist seit 1997 Vorsitzende der "Ratinger We-iter". Dabei handelt es sich um mundartlich begeisterte Frauen, die sich redlich um Erhalt und Pflege des Ratinger Platt bemühen. 2001 wurde die Broschüre „Kinder erleben Ratingen“, für den Heimatkundeunterricht in Grundschulen erstellt. Seit 2004 weisen die We-iter, mit der Verleihung der „Johanna-Flinck-Ehrennadel“, auf besonderes ehrenamtliches #Engagement im sozialen Bereich hin. 2007 schloss sich die Ehrung für den Erhalt der #Mundart an.
Auch die Liebe zum #Karneval liegt Hildegards Familie im Blut. 20 Jahre lang, von 1992-2012, begleitete sie mit dem RaKiKa-Team die Kinderprinzenpaare Ratingens. Da wundert es niemanden, dass auch zwei ihrer Kinder aktive Karnevalisten sind, die weit über die Grenzen der #Dumeklemmerstadt hinaus bekannt sind.
Heimat hat für sie eine besondere Bedeutung: Es sei der Ort, an dem sie und ihre #Familie bedingungslos leben können, weil sie von anderen Menschen umgeben seien, die ihre Sprache auch nonverbal sprächen und die keinen Unterschied machen ob Haut-, Haar- oder Augenfarbe noch am Namen, dem Alter, dem Geschlecht, dem Beruf oder dem Glauben.