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07.08.2018, 12:40 Uhr

Unrecht darf nicht vergessen werden

Beyer setzt sich für den Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen ein

„Die Erinnerung ist wie das Wasser: Sie ist lebensnotwendig, und sie sucht sich ihre eigenen Wege […]. Erinnerung ist immer konkret: Sie hat Gesichter […], Orte, Gerüche und Geräusche. [Und sie hat vor allem] kein Verfallsdatum […].“ – Noah Flug –

Gemeinsam mit Freunden, Schülern und Lehrern des Matthes-Enderlein-Gymnasiums, Maximilian Heidrich Mitarbeiter des sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur legte der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen am Gedenkstein des Frauenzuchthauses Hoheneck am jährlichen Aktionstag am 1. Juni 2018 Gestecke und Blumen nieder. „Der Gedenkort mahnt uns, auch im hier und jetzt kraftvoll für Freiheit und Demokratie zu streiten“, sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Beyer, der zu seinem Bedauern nicht an der Gedenkfeier in Stollwerk (Sachsen) teilnehmen konnte. Gemeinsam mit seinem Kollegen Johannes Selle MdB setzt er sich für die Frauen ein, denen es ein  Anliegen ist auf die Spätfolgen der Inhaftierung im Frauenzuchthaus Hoheneck, aber auch auf die soziale Ungerechtigkeit der sogenannten „Opferrente“ aufmerksam zu machen. 

Kranzniederlegung am Gedenkstein in Stollwerk (Sachsen). | © Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen e.V.
Die Vorsitzende Regina Labahn war im vergangenen Jahr an Beyer mit der Bitte herangetreten, sich für die ehemaligen Hoheneckerinnen bei der Bundesregierung einzusetzen. Der Frauenkreis der ehemaligen Hoheneckerinnen hat seinen Sitz in Beyers Wahlkreis (Mettmann II, NRW).

Auch wenn die beiden Bundestagsabgeordneten nicht an der Gedenkfeier teilnehmen konnten, möchten sie den Frauen zuhören und ihnen Gehör verschaffen, denn es sei ihnen bewusst, dass Hoheneck eines der schlimmsten Zuchthäuser der ehemaligen DDR war. Vermutlich reiche ihre Vorstellung nicht aus, zu ermessen, wie verheerend die Zustände waren und welche Folgen die Gefangenschaft für das Leben der Frauen hatte, erklärten die beiden in ihrem Grußwort.

Und weiter: „Aus diesem Grund setzen wir uns im Deutschen Bundestag dafür ein, dass der Vorstand des Frauenkreises der ehemaligen Hoheneckerinnen Gehör findet. Gemeinsam mit der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur haben wir einen Weg gefunden, Sie nach Berlin einzuladen. Bei diesem Treffen möchten wir mit Fachpolitikern der CDU/CSU Fraktion im Deutschen Bundestag über das Unrecht sprechen, dass Ihnen angetan wurde. Die Details werden wir mit Frau Labahn, Ihrer Vorsitzenden, in den kommenden Wochen abstimmen.“

Orte wie das Frauengefängnis Hoheneck machten den Wert der Demokratie deutlich, so Beyer. „Es ist vor allem wichtig, der jungen Generation die damaligen Ereignisse zu vermitteln, diese wichtige Arbeit leisten die Frauen mit ihren Zeitzeugengesprächen“, fügte er mit einem verbunden Dank an.