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28.09.2018, 12:44 Uhr

Regierungskoordinator Beyer trifft US-Chefdiplomat Grenell in der Heimat

Auf Einladung des Transatlantik-Koordinators der Bundesregierung, Peter Beyer MdB, besuchte US-Botschafter Richard Grenell Heiligenhaus, Ratingen und Wülfrath.

"Hi, I am Ric", so stellte sich der Botschafter der USA in Deutschland, Richard Grenell, am vergangenen Freitag in Heiligenhaus, Ratingen und Wülfrath vor. Wie geht es weiter mit dem transatlantischen Verhältnis? - Dies war nur eine der vielen Fragen, die Grenell bei seinem Besuch immer wieder begegneten. Der Chef-Diplomat der USA in Deutschland folgte der Einladung Peter Beyers, örtlicher Bundestagsabgeordneter und in der Bundesregierung als Koordinator für die transatlantische Zusammenarbeit verantwortlich. Es war einer seiner ersten Besuche "in der Fläche" Deutschlands seit seinem Amtsantritt im Mai 2018. Umso wichtiger war es Beyer, vor allem familien- und inhabergeführte Unternehmen des Mittelstands der Region die Gelegenheit des direkten Austauschs mit dem höchsten Repräsentanten der Vereinigten Staaten von Amerika in Deutschland und Vertrauten des US-Präsidenten Donald Trump zu ermöglichen. Denn diese Unternehmen schaffen allesamt Arbeitsplätze, die auch direkt vom Amerika-Geschäft abhängen. 

Schulbesuch in Wülfrath US-Botschafter Richard Grenell und Peter Beyer MdB umringt von Schülern des Gymnasiums Wülfrath.
Das fünfstündige Programm des Botschafters ermöglichte einen facettenreichen Kontakt: Bevor es am Mittag zur IMS Messsysteme GmbH nach Heiligenhaus und zu einem Gespräch mit Unternehmern auf Schloss Linnep in Ratingen ging, diskutierte Grenell mit Schülern am städtischen Gymnasium Wülfrath. Er zeigte sich offen für die Sorgen der jungen Leute und der Wirtschaftsvertreter um die jüngeren Entwicklungen im deutsch-amerikanischen Verhältnis. Der Diplomat betonte, dass er beide Länder als ein Team mit in vielen Bereichen gleichen Zielen sehe. So verstehe er seine Rolle auch als Brückenbauer über den Atlantik hinweg. Er schilderte seine prägenden acht Jahre als Sprecher bei den Vereinten Nationen in New York, die frühe Brieffreundschaft seiner Mutter mit einer jungen Deutschen vor Jahrzehnten, und dass er die europäischen Partner schätzen gelernt habe, besonders Deutschland. Er zeigte sich offen für kritische Worte, beispielsweise zu den exterritorial wirkenden Sanktionen der USA und erklärte die Hintergründe der politischen Position seines Landes. "Deutschland sei für die USA der wichtigste Partner in Europa", betonte er, jedoch müsse man unter Freunden offen reden dürfen. Dazu gehörten die Bedenken Washingtons gegenüber der Nordstream2-Pipeline, die russisches Erdgas unter der Ostsee nach Deutschland transportieren soll sowie die Erhöhung des Rüstungsetats der Bundeswehr und der Rückzug Amerikas aus dem Nuklearabkommen mit dem Iran. 
 
Deutlich wurde bei allem, dass man viele gemeinsame Ziele hat und dass die transatlantische Zusammenarbeit auch in Zukunft auf einem tragfähigen Fundament stehen wird.